fachverbaende.goed-online.de

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Tarifeinigung für das private Kraftomnibusgewerbe für das Land Sachsen – Anhalt  2014

Nach langen Verhandlungsrunden kam es am 17.06 2014 in Halle zu einer Tarifeinigung mit dem Landesverband der Omnibusunternehmer Sachsen – Anhalt (VSAO) und dem Bundesverband der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Dienstleistungen (GÖD).

Alle Beschäftigten im privaten Kraftomnibusgewerbe bekommen ab dem 01. Juli 2014 eine Lohn.- und Gehaltserhöhung am

01.07.2014 von 2,2 %

01.01.2015 von 2,0 %

01.04.2016 von 2,0 %

01.07.2017 von 2,0 %

Welche Arbeitnehmer dann den Mindestlohn von 8,50 € nicht erreichen, wird der Lohn, das Gehalt, auf 8,50 € gesetzt. Alle Löhne und Gehälter werden fiktiv bis zum 31.12.2017 fortgeschrieben.

Die Laufzeit des neuen Anschlusses gilt bis zum 31. Dezember 2017. Für die Auszubildenden gilt diese Erhöhung entsprechend.

Im Ergebniss steht eine Gesamterhöhung vom Anfang bis zum Ende der Laufzeit um 8,46 % mit einer jährlichen Erhöhung von 2.26 %. Hier sind nicht berücksichtigt die Anhebungen auf den Mindestlohn von 8,50 €. Für diesen Bereich gilt für Lohnempfänger bis zum Ende der Laufzeit ein urchschnittliches Plus von 20,7 % und für Gehaltsempfänger ein durchschnittliches Plus von 27,8 %.

Im Ausbildungsbereich bedeutet das eine sofortige Erhöhung ab 01.07.2014 von durchschnittlich 46,7 % und zum Ende Laufzeit eine Gesamterhöhung im Durchschnitt von 55,7 %. Jährlich entspricht dieses Ergebnis 14,8%.

Dies ist ein sehr gutes Ergebnis und ist für zusätzliche Ausbildungsplätze förderlich. Der GÖD-Tarifkommission ist es gelungen den Ausbildungsberuf attraktiver zu gestalten.

Der alte § 20 Qualitäts- und leistungsbezogener Lohnzuschlag ist entfallen. Der maximale Lohnzuschlag von 0,20 € auf den Stundenlohn wurde ab dem 01.07.2014 zu dem Lohn und dem Gehalt zugeschlagen. Dieser nimmt künftig unabhängig der erbrachten Leistung an der allgemeinen Lohnentwicklung teil.

Die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates und der Betriebsparteien wurden in den §§ 4 Allgemeine Pflichten beim Entzug des Führerscheins und des Personen-beförderungsscheins, im § 15 Arbeitszeitkonto die weitergehende Ausgestaltung des Ausgleichszeitraumes und § 16 Urlaub Vorlage und Genehmigung des Jahresurlaubs gestärkt.

Im § 18 Spesen jetzt Mehraufwandsentschädigung, wurden die Spesensätze in der Höhe und in der Systematik den steuergesetzlichen Regelungen angepasst.

Bei kaufmännischen, technischen und sonstigen Arbeitnehmern, die in der Regel nicht als Omnibusfahrer oder Beifahrer eingesetzt werden werden für den Ausgleich von Minusstunden geleistete Überstunden auch die durch das Gehalt bis zu einer Höhe von 10 % der vereinbarten Arbeitszeit abgegoltenen herangezogen.

Die GÖD hat eine deutliche Steigerung der Löhne und Gehälter und gleichzeitig die Erhaltung der Arbeitsplätze geschafft – und zusätzlich Ihren Mitgliedern keine unnötige Last von Streiks mit den damit verbundenen finanziellen Einbußen aufbürden müssen.

Wir konnten einen Abschluss schaffen, der effektiv den Kolleginnen und Kollegen wieder etwas im Geldbeutel lässt.

Die Meinung des Einzelnen bestimmt die Politik und das tarifliche Vorgehen der GÖD. Und deshalb ist es wichtig Mitglied in der GÖD zu werden, um auch das tarifliche Geschehen in dem Betrieb zu gewährleisten.

Arbeitnehmer sollen mitreden, sich einbringen und mitbestimmen.

Gestalten wir die Zukunft mit Ihrer Mitgliedschaft zur GÖD gemeinsam.

Gregor Targowski

Bundestarifbeauftragter Verkehr

 

Fachverbände / Fachbereiche

Gesundheitswesen und Soziales

Wach- und Sicherheitsgewerbe


Schlagzeilen

ARBEITNEHMERFREIZÜGIGKEIT

Zum 1. Mai 2011 endet die siebenjährige Übergangszeit für die acht osteuropäischen Staaten, die 2004 der EU beigetreten sind und die damit verbundenen Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU. Dies sind Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Die Bürger dieser Staaten können sich damit künftig frei auf dem deutschen Arbeitsmarkt bewerben. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt als eine der Grundfreiheiten in der EU - neben dem freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit rechnet mit rund 100.000 Menschen, die wegen der Freizügigkeit pro Jahr zusätzlich nach Deutschland kommen werden.
Vor diesem Hintergrund ist es äußerst wichtig, für weitere Branchen im Rahmen des Arbeitnehmerentsendegesetzes Mindestlöhne festzusetzen, die von in- und ausländischen Unternehmen und Betrieben nicht unterschritten werden dürfen.  Dies gilt insbesondere für das Wach- und Sicherheitsgewerbe und die Zeitarbeit.