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Tarifabschluss in der Sicherheitswirtschaft im Freistaat Thüringen

Nachdem die Gewerkschaft GÖD die Tarifverträge für das Bewachungsgewerbe im Freistaat Thüringen gekündigt hatte, haben sich die Tarifparteien nach teilweise zähen Verhandlungen auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die bedeutende Anhebung des rentenversicherungspflichtigen Einkommens ist ein erster Beitrag gegen drohende Altersarmut.

München/Erfurt - Die Vertreter der Landesgruppe Thüringen des Verbandes der Sicherheitswirt­schaft (BDSW) und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst- und Dienstleistungen (GÖD) trafen sich Ende Oktober 2013 in Erfurt zu Verhandlungen der Tarifverträge für die Beschäftigten im Wach- und Sicherheitsgewerbe im Freistaat Thüringen. Ein Ziel der Verhandlungen war ein einheitlicher Tarifvertrag für das Sicherheitsgewerbe im Freistaat Thüringen. Dabei sollen einheitliche Strukturen geschaffen werden indem der Mantel- und der Entgelttarifvertrag in einen einheitlichen Tarifvertrag zusammengeführt werden. Dahingehend bestand auf beiden Seiten Einigkeit, dass die Struktur der Lohngruppen mit dem Ziel der Transparenz neu ausgerichtet werden müssten. Nach ganztägigen schwierigen Verhandlungen haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf den neustrukturierten Tarifvertrag einigen können. Die deutliche Erhöhung der Grundvergütungen, ist dabei ein wesentlicher Beitrag zur Vermeidung der auch in diesem Gewerbe drohenden Altersarmut. Der Tarifvertrag umfasst folgende Eckpunkte:

  • Zusammenführung des Lohn- und des Manteltarifvertrages Thüringen
  • Zusammenführung und Reduzierung der bisherigen unübersichtlichen Lohngruppenstruktur auf nur noch vier Vergütungsgruppen.
  • Anhebung des Stundenlohnes der untersten Lohngruppe von derzeit 7,50 € (Mindestlohn) um rund 7,4 % ab dem 01.01.2014 auf 8,05 €, mit einer weiteren Erhöhung um etwa 6,2 % ab dem 01.01.2015 auf 8,55 €
  • Im Gegenzug zu den außerordentlichen Erhöhungen werden die bisherigen nicht rentenwirksamen Zeitzuschläge für Sonn- und Feiertage von bisher 30 / 100 v.H. schrittweise zurückgeführt. Im ersten Schritt werden diese mit der Erhöhung der Entgelte ab dem 01.01.2014 auf 15 / 30 % reduziert und mit der Entgelterhöhung zum 01.01.2015 vollständig zurückgeführt.

Die Tarifparteien werden für diesen Tarifvertrag die Allgemeinverbindlichkeit beim zuständigen Thüringer Staatsministerium beantragen.

Regelungen für den Spezialbereich der Feuerwehrdienstleistungen im Freistaat Thüringen sollen in einem eigenständigen Tarifvertrag geschaffen werden.

Für den Spezialbereich Werkfeuerwehren und kerntechnische Anlagen bleiben die bisherigen Zuschläge erhalten.

Der Umwidmung der Zeitzuschläge hat die große Tarifkommission unter Berücksichtigung der Rentenwirksamkeit der damit erreichten Erhöhung der Stundengrundlöhne zugestimmt. Hierbei wurde auch berücksichtigt, dass im Wach- und Sicherheitsgewerbe in Thüringen von den bis zu 11 gesetzlichen Feiertagen durchschnittlich an etwa 6 Tagen und jährlich durchschnittlich an etwa 28 Sonntagen Dienst geleistet wird.

 

Fachverbände / Fachbereiche

Gesundheitswesen und Soziales

Wach- und Sicherheitsgewerbe


Schlagzeilen

Erweiterung der Liste der Berufskrankheiten

Das Bundeskabinett hat am 5. November 2014 eine Verordnung zur Erweiterung der anerkannten  Berufskrankheiten um vier  vier neue Krankheiten als Berufskrankheiten beschlossen.

Hieraus erfolgen für Betroffene Ansprüche auf Heilbehandlung aus der gesetzlichen Unfallversicherung und ggf. Geldleistungen bei Arbeitsunfähigkeit oder dauerhafter erwerbsminderung.

  • Bestimmte Formen des so genannten „weißen Hautkrebses“ (Plattenepithelkarzinome) oder dessen Vorstufen (multiple aktinische Keratosen) durch langjährige Sonneneinstrahlung
  • Carpaltunnel-Syndrom (Druckschädigung eines in einem knöchernen Tunnel im Unterarm verlaufenden Nervs) durch bestimmte manuelle Tätigkeiten
  • Hypothenar-Hammer-Syndrorm und Thenar-Hammer-Syndrom (Gefäßschädigung der Hand durch stoßartige Krafteinwirkung)
  • Kehlkopfkrebs durch Schwefelsäuredämpfe

Diese Verordnung bedarf noch der Zustimmung der Länder.  Betroffene können sich aber bereits vorab bei ihren Unfallversicherungen melden.

Link zur Verordnung auf der Homepage des BMAS