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Tarifvertrag für das private Wach- und Sicherheitsgewerbe im Freistaat Sachsen ab Januar 2017 wieder in Kraft gesetzt

Trotz der durch die Machenschaften von Ver.di - Sachsen verhinderten Allgemeinberbindlichkeitserklärung ist es der Gewerkschaft GÖD gelungen, den mit der Laufzeit ab dem 01.01.2017 vorgesehenen  und zunächst von Seiten des BDSW gekündigten Tarifvertrag ab dem 01.01.2017 inhaltsgleich wieder in Kraft zu setzen.

 

  • Stufenweise Wiedereinführung der Sonn- und Feiertagszuschläge:
    ab dem 01.01.2017: Sonntagszuschlag 15 %, Feiertagszuschlag 30 %, ab dem 01.01.2018: Sonntagszuschlag 25 %, Feiertagszuschlag 50 %
  • Erhöhung der Stundengrundlöhne der Vergütungsgruppe 1 von aktuell 9,00 € auf 9,20 € ab dem 01.01.2017 und auf 9,50 € ab dem 01.01.2018. Erhöhung der Stundengrundlöhne der Vergütungsgruppe 2 von aktuell 9,40 € auf 9,60 € ab dem 01.01.2017 und auf 9,90 € ab dem 1.01.2018 Erhöhung der Stundengrundlöhne der Vergütungs-gruppe 3 von aktuell 9,90 € auf 10,10 € ab dem 01.01.2017 und auf 10,40 € ab dem 01.01.2018
  • Eingruppierung der Kaufhausdetektive statt der bisherigen Vergütungsgruppe 1 in Vergütungsgruppe 2.
  • Höhergruppierung der Sicherheitsmitarbeiter im Objektschutz - / Sepa-ratwachdienst mit Abschluss als Fachkraft für Schutz und Sicherheit, die in dieser Funktion auf Forderung des Auftraggebers eingesetzt wer in Vergütungsgruppe IV mit 10,30 € ab dem 01.01.2017 und 10,70 € ab dem 01.01.2018. Dies bedeutet eine Gesamterhöhung von 7,10% ab 01.01.2017 und weiteren 5,85 % ab 01.01.2018 für diesen Bereich.
  • Höhergruppierung von Sicherheitsmitarbeiter in militärischen Anla-gen in Vergütungsgruppe II mit 10,00 € ab dem 01.01.2017 und 10,40 € ab dem 01.012018. Dies bedeutet im Gesamtergebnis eine Erhöhung von 9,53 % ab 01.01.2017 und weiteren 5,97 % ab 01.01.2018.
  • Zulage für Hundeführer, für eigene Hunde von 0,50 € je Stunde.
  • Zulage zur Führung einer Schusswaffe (Ausnahme militärische Einrichtungen) von 0,50 € / Stunde.
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen zum 1.01.2017 pro Stufe und Jahr um jeweils 30,-- € und danach um weitere 30,-- € zum 1.01.2018 (im dritten Ausbildungsjahr zum 1.01.2018 jedoch um 40,-- €)
  • Leistung von Mehrarbeitszuschlag ab der 248. Stunde statt bisher erst ab der 264.Stunde und im 24-Stunden-Schichtdienst ab der 14. Schicht.
  • Erhöhung der Stundengrundlöhne im Feuerwehrdienst ab dem 01.01.2017 um 4,90 € und ab dem 01.01.2018 um 4,5 %.

Aufgrund der durch Ver.di zu verantwortenden fehlenden AVE gilt jedoch ein Sonderkündigungsrecht zum 31.12.2017.

Die Gewerkschaft GÖD ist seit November 1999 alleiniger Tarifpartner der Landesgruppe Sachsen im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) und hat damals das von Ver.di hinterlassen Tarifniveau in der untersten Ent-geltgruppe von 4,58 € auf 4,65 € und bis einschließlich 2016 um 96,51 % auf 9,00 € erhöht.  Die Tarifentwicklung während der Tarifführerschaft der Gewerkschaft GÖD in Sachsen liegt damit nachweislich im oberen Drittel der Tarifentwicklung des Sicherheitsgewerbes im Bundesgebiet. Für 2017 und 2018 war eine Erhöhung auf 9,20 € bzw. 9,50 € vorgesehen.

Im Vorfeld der Sitzung des Tarifausschusses hat Ver.di Sachsen versucht, den Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zur Ablehnung der Allgemeinverbindlichkeit des GÖD-Tarifvertrages zu bewegen. Die hierbei vorgetragenen "Kritikpunkte" sind nicht nachvollziehbar wie etwa zu den Sonn- und Feiertagszuschläge, deren Niveau auch in Ver.di-Tarifverträgen für Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gilt und für Schlewsig-Holstein sogar gar kein Sonntagszuschlag gezahlt wird.
Die im GÖD-Tarifvertrag von Ver.di bemängelte Zahlung des Mehrarbeitszu-schlags ab der 249. Stunde liegt unter den von Ver.di für Nordrhein-Westfalen ( 265. Stunde) und für Bayern (277. Stunde) vereinbarten Grenzen.
Die von Ver.di als "erpresserische Formulierung" bezeichnete Klausel zum Sonderkündigungsrecht für den Fall, dass die AVE nicht ausgesprochen wird, wurde von Ver.di unter Mitwirkung des Verfassers des Schreibens an den Minister für SachsenAnhalt vereinbart und gilt in Ver.di Tarifverträgen auch in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

 

Fachverbände / Fachbereiche

Gesundheitswesen und Soziales

Wach- und Sicherheitsgewerbe


Schlagzeilen

Erweiterung der Liste der Berufskrankheiten

Das Bundeskabinett hat am 5. November 2014 eine Verordnung zur Erweiterung der anerkannten  Berufskrankheiten um vier  vier neue Krankheiten als Berufskrankheiten beschlossen.

Hieraus erfolgen für Betroffene Ansprüche auf Heilbehandlung aus der gesetzlichen Unfallversicherung und ggf. Geldleistungen bei Arbeitsunfähigkeit oder dauerhafter erwerbsminderung.

  • Bestimmte Formen des so genannten „weißen Hautkrebses“ (Plattenepithelkarzinome) oder dessen Vorstufen (multiple aktinische Keratosen) durch langjährige Sonneneinstrahlung
  • Carpaltunnel-Syndrom (Druckschädigung eines in einem knöchernen Tunnel im Unterarm verlaufenden Nervs) durch bestimmte manuelle Tätigkeiten
  • Hypothenar-Hammer-Syndrorm und Thenar-Hammer-Syndrom (Gefäßschädigung der Hand durch stoßartige Krafteinwirkung)
  • Kehlkopfkrebs durch Schwefelsäuredämpfe

Diese Verordnung bedarf noch der Zustimmung der Länder.  Betroffene können sich aber bereits vorab bei ihren Unfallversicherungen melden.

Link zur Verordnung auf der Homepage des BMAS