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Politikgespräch

Bundestagsabgeordnete im Dialog mit der GÖD

Auf Einladung des Vorsitzenden des Bundesfachverbandes Flughäfen Deutschland der GÖD, Bernhard Plath, fand am 21.02.14 ein Politikgespräch am Flughafen München mit den Mitgliedern des deutschen Bundestages, Hr. Erich Irlstorfer sowie Hr. Matthäus Strebl, statt. Weitere Teilnehmer waren neben dem stellvertretenden 2. Vorsitzenden des Bundesfachverbandes Flughäfen, Hr. Manfred März, vom Flughafen Frankfurt auch der Bundesvorsitzende der GÖD, Hr. Raymund Kandler.

Flughafengespräch

 

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Bernhard Plath folgte eine kurze Vorstellungsrunde. Anschließende erfolgte ein intensiver Gedankenaustausch zu den Themen Tarifeinheit, Mindestlohn, Situation der Beschäftigten an den Flughäfen Frankfurt und München sowie zu den Plänen der EU bezüglich der Liberalisierung im Bereich der Bodenabfertigung.

MdB Matthäus Strebl aus Dingolfing erläuterte anhand von Beispielen, wie besorgniserregend er die Entwicklung der Arbeitsverhältnisse in Deutschland sieht. Insbesondere das Thema Sonntagsarbeit nehme immer mehr Überhand. „Dies geschieht oftmals aus reiner Profitgier", so Strebl, der auch Bundesvorsitzender des Christlichen Gewerkschaftsbundes (CGB) ist.

Der Abgeordnete Erich Irlstorfer aus Freising erläuterte auf Nachfrage von Raymund Kandler seine Position zum Thema Tarifpluralismus. „Deutschland ist nach dem 2. Weltkrieg hervorragend mit dem Gewerkschaftspluralismus gefahren. Ein Mix in der Gewerkschaftslandschaft ist unverzichtbar. Ich stehe klar zu dem im Grundgesetz verankerten Grundsatz der Koalitionsfreiheit", so Irlstorfer.

Manfred März aus Frankfurt informierte die Bundestagsabgeordneten über die aktuelle Situation der Beschäftigten an Flughäfen. „Insbesondere die Arbeitsbedingungen im Bodenverkehrsdienst werden für die Kollegen immer härter", so März. Dies sei auch dem Druck der Airlines auf die Abfertiger geschuldet. „Gewinnmaximierung in personalintensiven Bereichen erfolgt zum großen Teil durch Lohnstreichungen bei den Beschäftigten", so März. Flugzeugabfertigung verlangt ein hohes Maß an Qualität, um die Sicherheit der Passagiere zu garantieren. Dies sei nicht zum Nulltarif zu machen. Man könne den Eindruck gewinnen, dass die flughafeneigenen Abfertiger mit Gewalt an die Wand gefahren werden sollen.

Bernhard Plath ging abschließend auf das Thema der geplanten weiteren Liberalisierung an Flughäfen durch die EU ein. Zwar herrsche derzeit Ruhe, was unter anderem dem Wechsel der Ratspräsidentschaft geschuldet sei, aber man müsse das Geschehen weiterhin aufmerksam verfolgen. Zum Thema Mindestlohn erbat sich Plath eine aktive Unterstützung durch die Abgeordneten bei der Einbindung der GÖD in dieses Thema. „Eine einseitige und ideologische gefärbte Sichtweise bei diesem Thema schade letztendlich den Beschäftigten in Deutschland. Hier muss endlich eine Lösung gefunden werden, die einer weiteren Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen entgegenwirkt", so Plath.

Zum Ende der Veranstaltung dankte Bernhard Plath den Teilnehmern für Ihr Kommen. Die Bereitschaft, sich am Ende einer arbeitsintensiven Sitzungswoche noch mehrere Stunden mit den Problemen von Beschäftigen auseinanderzusetzen, zeige mit welcher Ernsthaftigkeit die Abgeordneten ihr Amt leben. Hierfür bedankte sich Plath ausdrücklich bei MdB Erich Irlstorfer und Matthäus Strebl.

Verantwortlich:  Bernd Plath, Vorsitzender GÖD- Bundesfachverband Flughäfen, Pelkovenstr. 51, 80992 München

 

Schlagzeilen

UNZULÄSSIGKEIT SOGENANNTER ABSTANDSKLAUSELN

Das BAG hat in seiner Entscheidung vom 23.3.2011 - 4 AZR 366/09 entschieden, dass es unzulässig ist, in einem Tarifvertrag einen festen Abstand von Sonderleistungen festzuschreiben, der als fester "Vorsprung" nur Gewerkschaftsmitgliedern zusteht. Demgegenüber ist eine tarifvertragliche Klausel, in der eine Sonderleistung für Gewerkschaftsmitglieder vereinbart ist, (sog. einfache Differenzierungsklausel), zulässig und wirksam (BAG v. 18. März 2009, 4 AZR 64/08)