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Beginnt der Ausverkauf der FMG?
Zusammenlegung SES und CAP offenbar beschlossen

Im Town-Meeting im Mai 2011 bei SE hörten sich die Aussagen des zuständigen Geschäftsführers noch vielversprechend an. Die Leistung von SE wurde insgesamt als sehr gut beurteilt. Dass die Geschäftsführung bereits zu dieser Zeit offenbar ein „Geheimprojekt“ mit einer Beratungsfirma am Laufen hatte, wussten offenbar zu dieser Zeit nur Insider. Erst zum Ende des Jahres 2011 verdichteten sich die Gerüchte. Im Rahmen des Townmeetings bei SE am 08.12.11 wurden aus den Gerüchten dann Tatsachen. Die Mitarbeiter wurden über mögliche Veränderungspläne in Kenntnis gesetzt. Unser freigestellter Betriebsrat und Fachverbandsvorsitzende, Bernhard Plath, kritisiert hier die Verantwortlichen mit deutlichen Worten. Er drückte seinen Unmut darüber aus, dass bis dato keinerlei offizielle Informationen beim Betriebsrat der FMG vorliegen. Dieses „Schicksal“ scheint dem Betriebsrat der CAP ebenso zu Teil zu werden.

Offenbar haben die Verantwortlichen nach der Austöchterung und Preisgabe des GH’s in die Aeroground Gefallen an diesem „Aeroground-Modell“ gefunden. Jetzt also SES! Und das mit weniger Arbeit, denn ein „Billig-Tarif“ wie bei der Aeroground muss nicht mehr her, der besteht bei der CAP bereits! Zwar sollen die bestehenden SES-Mitarbeiter zu den FMG-Konditionen weiterbeschäftigt werden, aber Neueinstellungen werden wohl zukünftig nur noch bei der CAP zu deren Bedingungen erfolgen.

Die Betriebsräte der letzten Jahrzehnte, unabhängig von Ihrer politischen bzw. gewerkschaftlichen Zugehörigkeit, haben sich immer erfolgreich gegen eine Zerschlagung der FMG und eine Tarifflucht gesträubt. Seit 2010 scheint dieser Damm gebrochen!

Dammbruch

Wir werden die Entwicklung weiterhin kritisch beobachten und uns konstruktiv einbringen.

 

Nutzen Sie Ihre Chance zur konstruktiven Veränderung

und werden auch Sie Mitglied der GÖD!

 

Schlagzeilen

BAG ermöglicht sachgrundlose Befristung bei mehr als drei Jahren zurückliegender Zuvor-Beschäftigung!

Mit seiner Entscheidung vom 4. April hat das Bundesarbeitsgericht eine gravierende Änderung für befristete Arbeitsverträge herbeigeführt.

Gem. § 14 Abs. 2 TzBfG ist eine kalendermäßigen Befristung ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber zuvor kein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.

Dies wurde bisher so ausgelegt, dass bei einer - auch über viele Jahre zurückliegenden - früheren Beschäftigung beim selben Arbeitgeber eine wirksame sachgrundlose kalendermäßige Befristung nicht mehr möglich ist.

Entsprechende befristete Arbeitsverträge wurden damit als unbefristet bewertet.

Nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 4. April 2011 ( Az: 7 AZR 716/09) ist nun auch eine sachgrundlose Befristung bis zu zwei Jahren möglich, wenn eine frühere Beschäftigung des Arbeitnehmers beim selben Arbeitgeber mehr als drei Jahre zurückliegt.

Dadurch soll nach Ansicht des 7. Senats verhindert werden, dass das dauerhafte Beschäftigungsverbot ein Einstellungshindernis darstellt.

Die Regelung des § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG soll den Arbeitgebern ermöglichen, auf schwankende Auftragslagen und wechselnde Marktbedingungen flexibel zu reagieren. Daneben soll für Arbeitnehmer die Möglichkeit der Dauerbeschäftigung geschaffen werden.

Raymund Kandler