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Tarifeinigung für Sicherheitsienstleistungen in Niedersachsen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 03. November 2015 konnte sich der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband „Bundesverband der Sicherheitswirtschaft" (BDSW) und die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und Dienstleistungen (GÖD) auf einen Lohntarifvertrag einigen.

Ziel war es, eine deutliche Erhöhung im Lohnniveau im Objektschutzdienst / Separatwachdienst zu schaffen.

Durch beidseitige konstruktiver und zielgerichteter Tarifarbeit ist dies gelungen!

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

  • Ab dem 01.01.2016 erfolgt eine Lohnsteigerung
    • für den Bereich des Objektschutzdienst / Separatwachdienst nach § 2 II 1 des Tarifvertrages (dort sind die meisten Beschäftigten eingereiht) um 5,88 %
    • Bei allen anderen Lohngruppen erfolgt eine Lohnsteigerung zwischen 2,0 % und 3,4 %

 

  • Die Ausbildungsvergütungen steigen ab dem 01.01.2016
    • auf 570,00 € im 1. Ausbildungsjahr
    • auf 600 € im 2. Ausbildungsjahr
    • und 680,00 € im 3. Ausbildungsjahr

Die Erhöhung der „Zuschläge" sowie die „militärischen Anlagen" wurden nicht verhandelt. Hier ist jeweils ein bundesweiter Spartentarifvertrag geplant.

V.i.S.d.P.: Jörg Stadler, GÖD Bundesverband, Obentrautstraße 57, 10963 Berlin

 

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Wach- und Sicherheitsgewerbe


Schlagzeilen

BAG ermöglicht sachgrundlose Befristung bei mehr als drei Jahren zurückliegender Zuvor-Beschäftigung!

Mit seiner Entscheidung vom 4. April hat das Bundesarbeitsgericht eine gravierende Änderung für befristete Arbeitsverträge herbeigeführt.

Gem. § 14 Abs. 2 TzBfG ist eine kalendermäßigen Befristung ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber zuvor kein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.

Dies wurde bisher so ausgelegt, dass bei einer - auch über viele Jahre zurückliegenden - früheren Beschäftigung beim selben Arbeitgeber eine wirksame sachgrundlose kalendermäßige Befristung nicht mehr möglich ist.

Entsprechende befristete Arbeitsverträge wurden damit als unbefristet bewertet.

Nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 4. April 2011 ( Az: 7 AZR 716/09) ist nun auch eine sachgrundlose Befristung bis zu zwei Jahren möglich, wenn eine frühere Beschäftigung des Arbeitnehmers beim selben Arbeitgeber mehr als drei Jahre zurückliegt.

Dadurch soll nach Ansicht des 7. Senats verhindert werden, dass das dauerhafte Beschäftigungsverbot ein Einstellungshindernis darstellt.

Die Regelung des § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG soll den Arbeitgebern ermöglichen, auf schwankende Auftragslagen und wechselnde Marktbedingungen flexibel zu reagieren. Daneben soll für Arbeitnehmer die Möglichkeit der Dauerbeschäftigung geschaffen werden.

Raymund Kandler