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Warnstreik am Flughafen München zur TVöD-Tarifrunde 2016 bei Bund und Kommunen

Die GSGM 4ewerkschaften Ver.di und GÖD haben mit ihren Mitgliedern bei der Sicherheitsgesellschaft am Flughafen München mbH am Mittwoch, den 20. April 2016 von 05:00 Uhr bis 08:30 einen Warnstreik durchgeführt.

Die SGM ist eine Gesellschaft des Freistaates Bayern und führt am Flughafen München die Passagier- und Gepäckabfertigung durch.

Flyer Warnstreik SGM

 

Mit dem Warnstreik bekräftigen die Beschäftigten der SGM die berechtigten SGM 5Forderungen in der aktuellen Tarifrunde.

In Gesprächen mit den Kolleginnen und Kollegen kommt auch der Unmut zu der mangelnden Wertschätzung der Kolleginnen und Kollegen durch die SGM-Geschäftsführung beim Einsatz der Sprengstoffspürgeräte "Sniffer" zum Ausdruck. Die damit zusammenhängenden Probleme und gesundheitlichen Probleme werden von der SGM kleingeredet und abgewiegelt.

Bund und Kommunen haben auch in der zweiten Verhandlungsrunde vom 11. und 12. April die berechtigten Forderungen der Gewerkschaften als überzogen und unbezahlbar zurückgewiesen und ihre Forderungen zur stärkeren Arbeitnehmerbeteiligung an der betrieblichen Altersversorgung bekräftigt. Um die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes zu erhalten fordern wir für die Beschäftigten einen fairen Anteil an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der öffentlichen Arbeitgeber.

Nachdem in den wesentlichen Fragen, wie etwa dem Einkommen und der unbefristeten Übernahme der Auszubildenden keine Annäherung ersichtlich ist, werden die berechtigten Forderungen der Gewerkschaften vor der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde durch Warnstreiks bekräftigt.

München, den 20.04.2016

Flyer zum Warnstreik !

 

Schlagzeilen

BAG ermöglicht sachgrundlose Befristung bei mehr als drei Jahren zurückliegender Zuvor-Beschäftigung!

Mit seiner Entscheidung vom 4. April hat das Bundesarbeitsgericht eine gravierende Änderung für befristete Arbeitsverträge herbeigeführt.

Gem. § 14 Abs. 2 TzBfG ist eine kalendermäßigen Befristung ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber zuvor kein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.

Dies wurde bisher so ausgelegt, dass bei einer - auch über viele Jahre zurückliegenden - früheren Beschäftigung beim selben Arbeitgeber eine wirksame sachgrundlose kalendermäßige Befristung nicht mehr möglich ist.

Entsprechende befristete Arbeitsverträge wurden damit als unbefristet bewertet.

Nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 4. April 2011 ( Az: 7 AZR 716/09) ist nun auch eine sachgrundlose Befristung bis zu zwei Jahren möglich, wenn eine frühere Beschäftigung des Arbeitnehmers beim selben Arbeitgeber mehr als drei Jahre zurückliegt.

Dadurch soll nach Ansicht des 7. Senats verhindert werden, dass das dauerhafte Beschäftigungsverbot ein Einstellungshindernis darstellt.

Die Regelung des § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG soll den Arbeitgebern ermöglichen, auf schwankende Auftragslagen und wechselnde Marktbedingungen flexibel zu reagieren. Daneben soll für Arbeitnehmer die Möglichkeit der Dauerbeschäftigung geschaffen werden.

Raymund Kandler